MARITIMES VIERTEL – KULTUR AM KANAL e. V.


“Women of Aktion, or: Oh, What A Lovely Revolution!”

Wie „Women of Aktion“ entstand

Die Bent Architect Schauspielgruppe ist daran interessiert, Probleme von Menschen zu thematisieren, die keine Stimme haben und von der Gesellschaft nicht angenommen werden.

Women of Aktion ist ein kreatives Forschungs- und Austauschprojekt, in dem es um den deutschen Widerstand gegen den Krieg während des Ersten Weltkriegs geht. Gemeinsam mit unseren deutschen Partnern aus Kunst, Kultur und Bildung aus Kiel wollen wir ein neues Performance- und Austauschprojekt initiieren, um im Jahr 2018 des Internationalen Widerstands gegen den Krieg im Ersten Weltkrieg sowie des 100. Jahrestags des Kieler Matrosenaufstands zu gedenken.

Wir sind nicht an einer Dramaturgie der sattsam bekannten Schilderung des Kriegsgeschehens interessiert, vielmehr meinen wir, dass diese fast immer dazu dient, scheinbar nebensächliche, aber aus unserer Sicht gleichermaßen mächtige, zugrunde liegende Wahrheiten zu verdecken, und das dies oftmals mit Absicht geschieht. Als Beispiel sei hier der Kieler Aufstand und die Rolle, die dieser Aufstand und insbesondere die Kieler Frauen bei der Beendigung des Krieges spielten, genannt. Unser Schwerpunkt wird hingegen bei den Erfahrungen an der Basis liegen, wobei wir all jenen eine Stimme geben wollen, die von der herkömmlichen Geschichtsschreibung ausgeschlossen sind.

Der Kieler Aufstand ist ein Stück Geschichte, von dem wir in Großbritannien keine Kenntnis haben. Vielleicht, weil er in Widerspruch zu der herrschenden Lesart steht, dass ‚wir den Krieg gewonnen haben’, wenngleich es Tatsache ist, dass der Kieler Aufstand in Deutschland und die darauf folgende sozialistische Revolution eine große Rolle bei der Beendigung des Konflikts spielten.

Unser Theaterspiel wird sich ausschließlich mit der Rolle der Kieler Frauen befassen und aus einer rein weiblichen Besetzung von 3 Schauspielerinnen/Musikerinnen bestehen. Den Kern des Stücks bilden wortgetreue Aussagen aus erster Hand, in diesem Fall die Aufzeichnungen von Gertrud Völcker, einer prominenten sozialistischen Aktivistin, die nicht nur beredtes Zeugnis von dem Aufstand ablegte, sondern auch eine wichtige Rolle darin spielte, heutzutage aber so gut wie vergessen ist. Mit Gertruds Worten, die für uns Maßstab und Herzstück zugleich sind, wollen wir das Geschehen in Fleisch und Blut wieder erstehen lassen, so wie sie es erlebt und empfunden hat. Gertruds Leben und das ihrer Mitstreiterinnen wie auch deren jeweilige Rolle und Mitarbeit während des Aufstands werden im Mittelpunkt stehen.

Unser Projekt will zeigen, was sich in den Köpfen dieser Frauen abgespielt hat, ohne deren Stärke und Tatendrang die Revolution nicht erfolgreich verlaufen wäre. Es will die allgemein anerkannte Erzählung vom Ende des Krieges in Frage stellen; es will die Geschichte der Frauen in den Mittelpunkt rücken und damit eine bessere Einordnung in die Antikriegsbewegung der Nachkriegsjahre ermöglichen. Wie wichtig dies für unsere heutige konfliktbeladene militaristische Zeit ist, kann nicht oft genug betont werden. Wenn wir daher die Rolle der Frauen hervorheben, so nicht nur deshalb, weil wir darin eine interessante Ergänzung zur allgemein anerkannten Geschichte sehen, sondern auch eine wichtige Quelle der Inspiration in der heutigen Zeit.


Auf Spurensuche in Kiel: Der Kieler Stadtteil Wik ist ein ganz besonderer.

Denn nicht nur heutzutage, sondern auch schon vor über 100 Jahren spielte die Marine dort eine wichtige Rolle. Und sie prägt den Stadtteil bis heute. Doch auch Kunst und Kultur haben sich in dem Stadtteil angesiedelt.

Die Reporterin Ricarda Thurow-Hartmann von RTL-Nord hat sich auf Spurensuche begeben!



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Torbogen, Eingang TMS, Maschinenhalle I, Heimat des Maritimen Viertel – Kultur am Kanal e.V., © Jan Bommes 2014

 


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn wir im Süden Urlaub machen und anderen Menschen erklären, dass wir aus Kiel kommen, dann heißt es oft: „ … ach aus Dänemark kommen Sie!“  Oder noch besser (oder schlechter): „Ach ja, Kiel, kleines verträumtes Städtchen irgendwo am Rande Deutschlands  in der Nähe von Skandinavien!“. Das Maritime Viertel befindet sich in der Verlängerung der beliebten Kiellinie an der Wiker Bucht. Das Viertel liegt zu beiden Seiten des Nord-Ostsee Kanals (international Kiel-Canal genannt) und der Schleusen in Kiel-Wik und Kiel-Holtenau. In Kiel-Wik ist der Bereich der kaiserlichen Marinekaserne, in Holtenau vor allem der Tiesssenkai und das ehemalige Gelände der Seeflieger der Kern des Maritimen Viertel. Der Kanal mit seinen Schleusen bildet den Mittelpunkt des Maritimen Viertel. Die Verbindung zwischen beiden Ufern wird durch eine in der Nähe der Schleusen verkehrende Personenfähre sichergestellt.

kulturspuren1_1Durch das Maritime Viertel führt eine Kulturmeile, die drei Dutzend an Sehenswürdigkeiten auf beiden Seiten des Kiel-Canals miteinander verbindet.

Interaktiv die Kieler Stadtgeschichte erkunden – die KulturSpuren-App ist da! Wo in Kiel residierten die dänischen Könige? Wie waren Theodor Storm und Selma Lagerlöf mit der Fördestadt verbunden? Und an welchen Orten spielte sich der Matrosenaufstand ab? Bereits seit dem Jahr 2013 kann die Kieler Stadtgeschichte auf virtuellen Spaziergängen unter www.kiel.de/kulturspuren im Internet erkundet werden. Künftig können Interessierte den Kieler KulturSpuren auch mobil nachspüren – mit einer kostenfreien App, die zu allen Stationen der Rundgänge führt. So können Kunst, Kultur und Geschichte der Landeshauptstadt virtuell entdeckt und Kiel aus einer ganz neuen Perspektive erlebt werden.

Das Maritime Viertel lädt dazu ein, es zu Fuß oder auf einer Radtour zu entdecken und zu erleben. Selbst in Kiel ist es noch ein besonderer Tipp. Aber es hat das Potenzial, sich zu einem touristischen Schwerpunkt in der Region der Kieler Förde mit einem unverwechselbaren Profil zu entwickeln. Kultur, Geschichte, maritime Wissenschaft und Technologie verbinden sich entlang der maritimen Kulturmeile in einem Erlebnisraum.

Schau auf diese Stadt!

Aber glauben Sie uns, wir schwärmen, wir werben für unsere Heimatstadt, für unser  geliebtes Kiel!  Allerdings müssen wir dann aber auch kleinlaut zugeben, dass keine deutsche Landeshauptstadt so unbekannt wie unsere hier im hohen Norden ist.  Aber gerade das macht Kiel so interessant, gerade dadurch wird der Besuch in Kiel zur Entdeckungsreise. Wer diese Reise antritt, der erkennt: Kiel ist Luft und Wasser, viel Strand und frischer Wind,  nette Leute und vor allen Dingen Segeln. Die Welthauptstadt der Seglergemeinde, eine Anhäufung von Masten. Aber auch „Nicht-Matrosen (sprich: Landratten!)“ kommen auf ihre Kosten. Wer einmal aus einem der vielen öffentlichen Grünanlagen oder zum Beispiel vom  Wiker Balkon aus auf die mit Booten und Schiffen übersäte Förde, dem regen Treiben am Kiel-Kanal geschaut hat, der wird diesen herrlichen Ausblick sein Leben lang nicht vergessen, das versprechen wir Ihnen!

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