Und plötzlich fehlt eine feste Bleibe

Link KN-Artikel: Eine Gruppe von Wiker Bürgern unterstützen 26 obdachlose Frauen in der kommunalen Notunterkunft


Einmal quer durch Schleswig-Holstein

Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine der wichtigsten und interessantesten künstlichen Wasserstraßen der Welt. Er ist ein Durchstich-Kanal und hat auf seiner kompletten Länge denselben Wasserstand. Die riesigen Schleusenanlagen in Brunsbüttel und Kiel schützen ihn vor Sturmfluten und Tidenhub und machen ihn zu einem stehenden Gewässer.

Von Alfried Schmitz

 


Kieler-Nachrichten-23.06.2020


Diese „Ehe“ hält schon seit 125 Jahren!

Am 21. Juni vor 125 Jahren wurde sie vom Kaiser Wilhelm II in Kiel-Holtenau besiegelt, indem Nord- und Ostsee miteinander verbunden wurden. Mit großem Pomp weihte er den neu erstellten Kaiser-Wilhelm-Kanal ein, der erst später in >Nord-Ostsee-Kanal< umbenannt wurde. International ist diese 100 km lange künstliche Wasserstraße bekannt als Kiel Canal.

Wir werden dieses Ereignis im nächsten Jahr angemessen würdigen mit über 20 Vorträgen, Veranstaltungen, Lesungen, Theateraufführungen und vielem mehr.

Im Eingangsrelief des kleinen Leuchtturms auf der Nordseite der Holtenauer Schleuseneinfahrt zeigen Nordsee und Ostsee ihre symbolhafte Verbindung, die ununterbrochen seit 125 Jahren besteht.

Der NDR zeigt in einem Doku-Drama die achtjährige Baugeschichte des Kanals. Über 9000 Arbeiter schufteten für einen kargen Stundenlohn, untergebracht in Barackenlagern und ausgesetzt der Cholera, der Seuche der damaligen Zeit. Mehrfach musste das Kanalbett erweitert werden; die neueste Baumaßnahme beginnt in diesen Tagen.

Im Vorgriff auf die anstehenden Feierlichkeiten im nächsten Jahr zum 125+1 jährigen Jubiläum zeigen wir diesen bemerkenswerten Film, dessen Spielszenen Hubertus Meyer-Burckhardt moderiert, am Jahrestag der Kanaleröffnung, am 21. Juni.

Gespräche fanden statt mit: Dr. Ulf Kämpfer (Oberbürgermeister Kiel), Dietrich Duppel (Autor des Films), Marc Brasse (Redaktionsleiter des Films), Rolf Fischer (Historiker)

  

 Link zur NDR Mediathek     und auch     Link zur Diskussion


„Nein, nicht schon wieder!!“

„Nein, nicht schon wieder!!“ mag der Schleusenmeister gerufen haben, als er auf seinem Bildschirm sah, wie das hoch beladene Containerschiff AKACIA langsam auf das geschlossene Schleusentor zufuhr, es rammte und sich mit dem Bug tief in das Metall bohrte. Seit der Reparatur des Tores liegt ein herausgeschnittenes sehr verbogenes Metallstück in der Schleusen-Ausstellung des Vereins Maritimes Viertel in der Wik.

Auf jedem Verkehrsweg – Schiene, Straße oder Kanal – passieren immer wieder Unfälle, aber in einer Schleuse sind die Folgen an den Schiffen und der Schleusenanlage oft besonders eindrucksvoll – und teuer. Am 2. Januar 2007 rammte der Tanker BOW SIRIUS ein Schleusentor in Holtenau. Die Reparaturen nach dieser Havarie kosteten über 2 Mio. Euro.   

Damit die Schleuse kurzfristig wieder in Betrieb gehen kann, liegen Ersatztore am Ufer im Kanal, die dann eingeschwommen und in die Führungen eingesetzt werden können. Zur Bauzeit der Schleuse vor 125 Jahren wurden die Metallteile noch vernietet, eine Kunst, die heute nicht mehr eingesetzt werden kann und daher müssen bei Reparaturen Verschraubungen alles zusammen halten. Zerstörte Metallteile der damaligen Konstruktion können nicht verschweißt werden, da sich das alte Material dafür nicht eignet. So wird jede Reparatur zu einer zeit- und kostenaufwändigen Einzelanfertigung, die nur noch von wenigen Spezialfirmen beherrscht wird.

Im Sonderheft zum 100 jährigen Kanal-Jubiläum berichteten die Kieler Nachrichten „bis zu 100 mal kracht´s jährlich im Kanal“. Heute kann das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Holtenau diese Zahl reduzieren „große Havarien sind selten, Alleinunfälle in die Böschung gibt´s ca. 1/Monat“. Aber leider müssen auch Tote registriert werden, wie vor über 45 Jahren in einer Nacht sogar 6 Fallschirmspringer.

Wer dazu Details erfahren möchte, kommt zur geöffneten Schleusenausstellung – Arkonastr. 1 – 24106 Kiel
Jeden 3. Sonntag im Monat von 11:00 bis 17:00 Uhr.

V.i.S.d.P. duspengler@arcor.de


Gegen das Vergessen – ehem. Marineuntersuchungsgefängnis in der Wik

Kieler-Nachrichten-25.02.2020


Kieler-Nachrichten-2020.01.2020


Es ist soweit … Kanalgeschichte neu in Szene gesetzt

„Wie lange liegt denn ein Schiff in der Schleuse?“ fragt Svenja, die für ihr Schulprojekt extra aus Eutin angereist ist. „Und warum wird in Brunsbüttel eine 5. Schleuse neu gebaut und hier in Holtenau gibt es nur 4 Schleusen?“ Diese und weiterführende Fragen beantworten wir in der Schleusen-Ausstellung des Vereins Maritimes Viertel in der Wik.

Nach der Winterpause haben die Vereinsmitglieder alle Poster neu gestaltet und aktualisiert, die Ausstellungstücke neu geordnet und für die Besucher in attraktive Positionen gerückt. Nun fällt es auch leichter, größeren Besuchergruppen die Exponate während einer Führung zu erklären.
Bau und Betrieb der Schleusenanlage des Nord-Ostsee-Kanals in Holtenau werden gezeigt, detailreiche Modelle blinken, bewegen sich und zeigen so die Funktionsweisen historischer und aktueller Schleusen. Bau- und betriebstechnische Einzelobjekte demonstrieren, wie aufwändig es ist, eine solche riesige Anlage rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres betriebsbereit zu halten.

Die neugestaltete Schleusenausstellung wird am Freitag, den 17. Januar, um 18 Uhr in einer Vernissage neu eröffnet. Das Querflötentrio Uliana, Victoria, Adelia wird den musikalischen Rahmen geben, Grußworte vom Wasser- und Schifffahrtsamt sowie der Vereinsvorsitzenden leiten über zu einer Führung durch die neue Ausstellung. Gäste sind herzlich willkommen.

Arkonastr. 1, 24106 Kiel  –  Freitag, 17. Januar 2020, um 18 Uhr


Historisches Kiel im Modellbau

Link zum OKSH


Das Maritime Viertel stellt sich vor

Zwischen Hindenburgufer und Nord-Ostsee-Kanal erstreckt sich ein Gelände mit einzigartiger Kieler Geschichte und Kultur.

Ausgangspunkt ist die Tirpitzmole und der Schiffe der Bundesmarine. Daran schließt sich der Flandern-Bunker an, der einen Eindruck der Kriegszeit in der Region gibt und hervorragende Jugendarbeit zu Erinnerungs- und Friedensarbeit macht. Nach dem Bunker gehen wir durch das ehemalige Marinelazarett im Anscharpark. Hier haben inzwischen Künstlerinnen und Künstler eine neue Heimat gefunden.

Die ehemalige Garnisonskirche, heute Petrus-Kirche, ist vielen bekannt als Veranstaltungsort für hervorragende Konzerte und dient heute wieder der Apostelgemeinde als religiöse Heimat.

Auch die ehemalige Technische Marineschule gibt Zeugnis der Marinegeschichte in der Wik. Heute ist dort die Schleusenausstellung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Kiel mit vielen einmaligen Exponaten und historischen Gebäuden aus Kiel zu Hause.

Der Wasserturm an der Herthastraße, die Bundeswehrfachschule, die Firma Raytheon (ehemals Anschütz) zeugen von dem Leben und Arbeiten in der Wik.

Kernstück ist der Kanal: Eine der am meisten befahrenen Wasserstraßen der Welt, herrlich gelegen zwischen der Wik und Holtenau, in der ganzen maritimen Welt bekannt unter dem Namen „Kiel Canal“, mit seinem Aussichtspunkt dem Torbunker 4 und der winzigen Adler-Fähre, die den Weg nach Holtenau zu Fuß und per Rad auf angenehme Weise verkürzt. Direkt am Kanal liegt auf der Wiker Seite das Maschinenmuseum. Allein hier kann man einen ganzen Tag verbringen, um in die Geschichte des Maschinenbaus und die technische Entwicklung, die sich in den alten Motoren dokumentiert, einzutauchen. Bei Führungen werden diese in Betrieb vorgestellt.

Auf der anderen Seite des Kanals liegt Holtenau. Die sorgfältig restaurierten Häuser, der Tiessenkai mit dem Schiffer-Café, die Kieler Seemannsmission, der historische Leuchtturm und vieles andere laden ein, Holtenau wieder neu zu entdecken.

Dies alles und noch mehr, das anzuführen zu umfangreich wäre, gilt es zu bewahren, herauszustellen und touristisch zu entwickeln.

Lassen Sie sich begeistern von unserem Maritimen Viertel von der Wik bis Holtenau.

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